Die besten Geldspar-Tipps für den Alltag

Kaum einer schaut im Alltag konsequent auf die Ausgaben. Damit verpufft ein nicht unerhebliches Sparpotenzial. Wir haben ein paar Spartipps für verschiedene Lebensbereiche von „A wie Alltag“ bis „V wie Versicherungen“ zusammengestellt.

 

Sparen im Alltag – die Grundsätze des Sparens

Ein paar Grundsätze lassen sich im Alltag auf ziemlich jede Situation übertragen, um kleine und große Beträge einzusparen:

Ist das wirklich nötig?

Häufig kauft man Dinge, die sich nach kürzester Zeit als völlig überflüssig und nutzlos erweisen, um dann im Regal zu verstauben oder irgendwann im Müll zu landen. Sinnvoller ist es da, sich schon vor dem Kauf Gedanken zu machen, ob etwas wirklich nötig ist: Bei kleinen Anschaffungen reichen meist schon zehn Minuten, bei größeren Anschaffungen dürfen es ruhig auch mal 30 Tage Bedenkzeit sein.

Funktioniert diese Regel nicht richtig, hilft es, sich Gedanken zu machen, wie viel Zeit uns ein Produkt kostet, d. h., sich auszurechnen, wie lange man in Minuten, Stunden oder Tagen arbeiten muss, um den Gegenwert als Nettolohn erwirtschaftet zu haben. Dinge erhalten so eine komplett neue Wertigkeit.

Gebraucht statt neu

Es müssen nicht immer die neuesten Dinge sein, die man sich anschafft. Wahre Schätze lassen sich auch auf Flohmärkten oder Online-Auktionen aufstöbern. Auch in sozialen Netzwerken gibt es inzwischen zahlreiche regionale Gruppen, in denen Menschen ihren überflüssigen Dingen zu einem neuen Besitzer verhelfen.

Teilweise sind die angebotenen Artikel sogar kostenlos, sodass sich erst recht sparen lässt. Ein weiterer Vorteil: Man schafft sich keine Standardware von der Stange, sondern einen Gegenstand mit Charakter an.

Teilen statt kaufen

Nicht jedes Produkt, das man nur selten oder einmalig nutzt, muss man sich anschaffen. Ein gutes Beispiel sind Bücher: Ist der Roman gelesen, reiht er sich zu den anderen in das immer weiter wachsende Bücherregal ein, das spätestens beim nächsten Umzug zum Ärgernis wird. Eine gute und günstige Alternative sind Leihbüchereien.

Gleiches gilt für Werkzeuge, die man für kleines Geld im Baumarkt ausleihen kann. Selbst Autos sind unter dem Begriff des Carsharing inzwischen ein beliebtes Leihobjekt, sodass gleich mehrere renommierte Autohersteller in das Geschäft eingestiegen sind.

Reparieren statt wegwerfen

Allein aus Bequemlichkeit landen viele Produkte bei den ersten Abnutzungserscheinungen im Müll, ganz gleich wie problemlos die Reparatur wäre. Es ist jedoch kein Hexenwerk, Gegenstände zu flicken, auszubessern, zu lackieren, zu kleben oder anderweitig zu verwenden, d. h. zu upcyclen.

Do it yourself

Selbermachen ist in der Regel die günstigste Variante. Das gilt für Möbel ebenso wie für Haushaltsreiniger, Waschmittel oder Hautpflegeprodukte. Im Internet finden sich dazu zahlreiche Anleitungen, die meist einfach in der Umsetzung sind und nur einen geringen Zeitaufwand erfordern.

Regelmäßige Ausgaben checken

Besonders viel Geld geht häufig über die regelmäßigen Ausgaben verloren, die relativ unbemerkt jeden Monat vom Konto abgezogen werden – Handyvertrag, Kreditraten, Strom und Versicherungen.

Dabei lohnt es sich, diese Posten einmal jährlich zu überprüfen: Gibt es vielleicht inzwischen einen wesentlich günstigeren Stromanbieter? Ist die Autoversicherung noch die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis? Lohnt sich eine Zusammenfassung einzelner Ratenkredite durch eine Umschuldung?

Auch andere Gewohnheiten gehen unter Umständen ganz schön ins Geld: Wer morgens auf dem Weg zur Arbeit täglich einen Coffee-to-go erwirbt und dafür jedes Mal drei Euro ausgibt, kommt bei 220 Arbeitstagen im Jahr auf stolze 660 Euro – dafür fliegen andere Menschen in den Jahresurlaub.

Die günstigere Alternative wäre hier ein wiederverwertbarer Becher, den man morgens vor dem Gang aus dem Haus einfach selbst befüllt.

Einkaufen

Ob im Supermarkt oder beim Kauf von Kleidung. Auch hier gibt es ein enormes Sparpotenzial für Sparfüchse.

Lebensmittel

Beim Einkaufen sind vor allem Spontankäufe fatal. Jeder kennt vermutlich das Phänomen, hungrig durch den Supermarkt zu laufen. Am Ende ist der Einkaufswagen voll mit Lebensmitteln, die man nicht braucht und die letztlich meist über den eigentlichen Bedarf hinausgehen.

Geld sparen lässt sich, indem man schon zu Hause eine Einkaufsliste erstellt – und sich auch strikt an diese hält.

Bei der Auswahl der Produkte sind häufig regionale und saisonale Erzeugnisse am günstigsten, da hier keine Kosten für lange Transportwege entstehen, die dann auf die Kunden umgelegt werden. Alternativ lässt sich auch der Speiseplan an den Sonderangeboten des Supermarktes ausrichten. Vor allem bei unverderblicher Trockenware lohnt sich hier der Kauf auf Vorrat.

Grundsätzlich empfiehlt es sich beim Einkaufen, die Eigenmarken der Supermärkte zu nutzen. Diese sind nicht selten ebenfalls von namhaften Herstellern produziert und haben (nahezu) identische Inhaltsstoffe, sind durch den Vertrieb als Eigenmarke jedoch günstiger als das Markenprodukt.

Fertigpizza vs. selbst kochen

Fertiggerichte und Lieferservices sind bequem. Die Küche bleibt kalt, das Essen schmeckt. Einziges Manko: All diese Gerichte sind wesentlich teurer, als selbst zu kochen, abgesehen davon sind einige von ihnen durch zahlreiche Zusatzstoffe nicht unbedingt nahrhaft.

Wer sich nicht gern jeden Tag in die Küche stellt, kocht einfach vor: Der Aufwand für eine doppelte Portion ist kaum höher, sodass man locker für den Folgetag eine zweite Mahlzeit mitkochen kann, die dann nur noch aufgewärmt werden muss.

Wasser

Wasser ist gesund. Entsprechend viel soll man davon trinken. Doch muss es nicht immer das teure Wasser aus der Flasche sein. Hierzulande hat das Leitungswasser beste Trinkwasserqualität, sodass selbst in Restaurants auf Nachfrage inzwischen Leitungswasser serviert wird.

Wer auf Kohlensäure nicht verzichten will, kann sich einmalig einen CO2-Sprudler anschaffen, der sich bereits nach wenigen Kisten rechnet, die Patronen sind wesentlich günstiger als das Wasser aus dem Supermarkt. Ein weiterer Vorteil: Das nervige Tragen der Kisten entfällt.

Bekleidung

Eine Möglichkeit, um bei der Bekleidung Geld zu sparen, ist natürlich, diese möglichst billig bei einem Discounter zu kaufen. Hier mangelt es jedoch meist an Qualität und die Kleidungsstücke sind nach nur wenigen Wäschen reif für den Müll. Außerdem sind die Produktionsbedingungen nicht selten fragwürdig und von daher nicht unbedingt unterstützenswert.

Doch warum nicht mal Kleider tauschen, statt sie neu zu kaufen? Es gibt in größeren Städten Kleidertauschpartys, die neben dem Tauschaspekt auch soziale Kontakte fördern. Alternativ bietet sich der Gang in den Secondhandladen oder ein Blick in ein Online-Auktionshaus an. Gerade bei Hosen und Jacken lassen sich so einige Schnäppchen machen.

Onlinekauf vs. shoppen im Ladengeschäft

Lautete früher der Tipp, nicht alles mit der EC- oder Kreditkarte zu zahlen, da man durch die bargeldlose Zahlung mehr ausgibt, ist das Problem heute der Onlinekauf. Schnell ist der Warenkorb voll, viele Artikel werden auch einfach nur optional oder in unterschiedlichen Varianten zur Ansicht bestellt.

Schließlich kann man ja alles wieder zurückschicken. Doch irgendwas bleibt meist zurück. Im stationären Laden hingegen ist der Käufer wählerischer – vor allem dann, wenn er sich Gedanken über den tatsächlichen Nutzen macht.

Fortbewegung

Die günstigste Fortbewegungsart ist immer noch das Laufen. Doch wie lässt sich bei Auto & Co. im Alltag sparen?

Autofahrten

Der Fahrstil ist mitentscheidend für den Spritverbrauch. Wer häufig beschleunigt und abrupt bremst, liegt weitaus höher im Verbrauch als vorausschauende Fahrer. Ein zweiter Faktor ist der Reifendruck: Ist dieser zu gering, steigt die Reibung auf der Straße, das Fahrzeug benötigt mehr Antrieb, um von der Stelle zu kommen – der Spritverbrauch steigt so ebenfalls.

Der dritte Trick ist das regelmäßige Reinigen des Luftfilters: Wer diesen einfachen Schritt hin und wieder vornimmt beziehungsweise den Filter manchmal tauscht, kann zusätzlich bis zu 7 % Kraftstoff sparen.

Auch beim Tanken lässt sich sparen: Freie Tankstellen sind in der Regel 1–2 Cent günstiger als die Markentankstelle auf der anderen Straßenseite. Vor allem bei Vielfahrern macht sich das schnell bemerkbar.

Eigenes Auto oder ÖPNV?

Wer in einer größeren Stadt mit guter Infrastruktur lebt, ist mit dem öffentlichen Nahverkehr meist besser bedient als das Auto auch für kurze Strecken zu nehmen.

Dabei ist nicht nur der Spritverbrauch durch das Stop-and-go hoch, auch verbringt man häufig wertvolle Zeit mit der lästigen Parkplatzsuche – von Strafzetteln fürs Falschparken oder Parktickets mal abgesehen. Selbst wenn man keine Monatskarte hat, lohnt sich die innerstädtische Nutzung des ÖPNV.

Wer das Auto nur selten für Fahrten aus der Stadt nutzt, sollte sich überlegen, ob es nicht günstiger ist, dieses zu verkaufen und bei Bedarf ein Carsharing-Modell zu nutzen. Der Unterhalt fürs Auto liegt auch bei Nichtnutzung jährlich bei mehreren Hundert Euro – dafür lassen sich so manche Tage im Mietauto verbringen.

Haushalt

Energie verpufft vor allem in den eigenen vier Wänden – und damit auch bares Geld.

Abende zu Hause statt ausgehen

Traditionell trifft man sich abends oder am Wochenende eher in einer Gastronomie, um einen geselligen Abend zu verbringen, als privat zu Hause. Dabei kann es mit ein paar Freunden in den eigenen vier Wänden beim gemeinsamen Kochen oder einem Spieleabend genauso unterhaltsam sein.

Waschen

Beim Waschen lässt sich jede Menge Geld sparen. Bereits das Reduzieren der Waschtemperatur von 95 auf 60 Grad spart bis zu 200 Euro im Jahr ein. Meist ist auch nicht die volle Menge Waschpulver nötig: Bereits der Verzicht auf die Hälfte führt zu Einsparungen von 30–40 Euro im Jahr.

Und dann ist da natürlich der Trockner, ein wahrer Stromfresser. Im Sommer trocknet die Wäsche draußen oder auf dem Balkon ohnehin viel besser und in der Regel auch innerhalb weniger Stunden. Im Winter den Trockner auf jeden Fall gut füllen, damit er nicht unnötig häufig läuft.

LED-Lampen

Die klassische Glühbirne wurde längst durch Energiesparlampen und Halogenleuchten ersetzt. Das spart zwar Energie, doch haben z. B. Energiesparlampen den Nachteil, dass sie die volle Leuchtkraft erst nach einigen Minuten erzielen. Eine Alternative sind LED-Lampen.

Deren Anschaffung ist zwar etwas teurer, doch benötigen sie lediglich 2–10 % der Energie herkömmlicher Leuchtmittel. Gleichzeitig ist die Lebensdauer höher als bei anderen Leuchten und durch die kompakte Bauweise sind komplett neuartige Lampenformen möglich.

Haushaltsgeräte

Wer billig kauft, kauft zweimal. Vor allem bei Elektrogeräten ist der Frust häufig groß, wenn die Anschaffung schon nach kurzer Zeit defekt ist. Hier lohnt es sich meist, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Die Geräte halten dann nicht nur länger, sondern sind auch im Stromverbrauch effizienter. So amortisieren sich die Mehrkosten schnell.

Heizung

Die Heizkosten sind ein großer Faktor der jährlichen Nebenkostenabrechnung. Kommt mit der Abrechnung eine Nachzahlung ins Haus ist dies besonders ärgerlich. Dabei lassen sich mit nur wenig Aufwand viele Verbesserungen im Energieverbrauch vornehmen.

Die Heizung im Schlafzimmer kann tagsüber runtergedreht werden, vielleicht reicht auch eine Raumtemperatur von 20 statt 23 Grad im Wohnzimmer. Ein Grad weniger spart bereits bis zu 6 % der Energie. Heizungen sollten nicht zugestellt sein, damit die Luft ungehindert zirkulieren kann, auch regelmäßiges Entlüften der Heizkörper reduziert den Energieverbrauch.

Strom sparen

Stromfresser im Haushalt lassen sich ganz einfach mit einem Strommessgerät ermitteln. Sind Geräte in die Jahre gekommen, lohnt es sich in der Regel, über einen Ersatz nachzudenken, der eine bessere Energieeffizienzklasse aufweist. Bei Wasch- und Spülmaschinen wirkt sich in der Regel auch der geringere Wasserverbrauch positiv aus.

Auch im Stand-by-Modus verbrauchen Geräte Strom. Es lohnt sich also, diese komplett in den Ruhezustand zu versetzen. Mehrfachsteckdosen mit einem Ausschalter sind eine einfache Art, gleich mehrere Geräte wie TV und Stereoanlage auszuschalten, alternativ bieten sich Zeitschaltuhren an.

Steuern und Versicherungen

Versicherungen sind ein komplexes Thema. Der Vergleich scheint kompliziert, die Vertragsvereinbarungen undurchsichtig. Noch schlimmer sieht es bei den Steuern aus: Nur wenige setzen sich aktiv mit dem Einsparpotenzial auseinander, das hier steckt.

Steuern

Von der Steuer lassen sich viele Dinge absetzen, die nur von wenigen Menschen geltend gemacht werden. Das ist nicht nur die Bewerbungsmappe oder die Steuerberatung, auch verzichten viele Menschen darauf, den Arbeitsweg per Kilometerpauschale anzurechnen.

Noch seltener machen Steuerpflichtige von der Angabe der Wohnungsrenovierung als außergewöhnliche Belastung Gebrauch.

Vor allem Selbstständige haben ein enormes Sparpotenzial. Das häusliche Arbeitszimmer, die jährlichen Spenden, jeglicher Bürobedarf, der zum Arbeiten benötigt wird, und auch Teilkosten von Telefon und Internet, sofern sie zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit genutzt werden, sind steuerlich absetzbar.

Muss das Haustier in die Tagesbetreuung gilt das übrigens als haushaltsnahe Dienstleistung. Es lohnt sich, sich hier zu informieren – die Steuerersparnis ist nicht zu verachten.

Versicherungen

Viele Versicherungen sind unnötig und tragen zu einer Überversicherung bei. Es lohnt sich, die bestehenden Verträge regelmäßig auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen. Auch bietet sich ein jährlicher Vergleich unterschiedlicher Anbieter an. Möglicherweise ist ein vergleichbares Angebot mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis woanders günstiger zu haben.

Fazit

Diese Liste ließe sich noch um ein Vielfaches fortsetzen. Sparpotenzial besteht quasi in jedem Lebensbereich, wenn man den eigenen Konsum kurz hinterfragt und sich überlegt, welche Alternativen es gibt.