Negativzins-Kredite: Viel Kredit für wenig Geld?

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Das niedrige Zinsniveau hält bislang an, nicht nur in Deutschland: So verkündete vor kurzem eine dänische Bank, eine Langzeitfinanzierung über 20 Jahre zu einem festen Zinssatz von 0 Prozent anzubieten. Was sich für die Kreditnehmer nach einem guten Geschäft anhört, geht aber sogar noch günstiger.

Erstmals können Darlehen zu negativen Zinssätzen abgeschlossen werden, die Kreditempfänger zahlen damit weniger als die erhaltene Darlehenssumme zurück. Doch gänzlich ohne Haken ist diese Nullprozent-Finanzierung für die Verbraucher nicht.

 

Inhalt

 

Niedrigzinsumfeld und harter Wettbewerb

Wer sich um einen Kredit bemüht, kann sich schon seit längerer Zeit darüber freuen, sein Darlehen zu vergleichsweise günstigen Konditionen zu bekommen. Vorläufig sind in dieser Hinsicht auch keine Änderungen zu erwarten, hat doch die Europäische Zentralbank EZB gerade erst verlauten lassen, dass der Leitzins für den Euro-Raum bis auf Weiteres auf dem Rekordtief von 0 Prozent bleiben soll.

Unverändert bleiben gleichzeitig auch die Strafzinsen für Banken, die Geld anlegen wollen. Durch diese Konstellation ist es für die Kreditinstitute immer noch lukrativer, selbst unter den für sie ungünstigen Vorzeichen Geld zu verleihen. Zur Not auch zum Nulltarif, wie das dänische Beispiel zeigt. Für die Kreditnehmer bedeutet das umgekehrt die weiterhin bestehende Möglichkeit, billig an benötigtes Geld zu kommen.

Neu ist in dieser Situation nur das Vorgehen einiger Kreditvermittlungsplattformen, die – oft für begrenzte Zeiträume – Ratenkredite zu Negativzinsen anbieten. Das ist einerseits der angesprochenen europäischen Zinspolitik geschuldet, andererseits steckt der harte Wettbewerb zwischen Banken und Online-Kreditvermittlern hinter dieser Strategie. Denn obwohl der Marktanteil für Online-Kredite stetig wächst, sind die Bankinstitute mit offline geschlossenen Verträgen immer noch führend.

Mit Krediten zu Negativzinsen versuchen die Online-Vermittler daher, die potenziellen Kunden auf ihre Seite zu ziehen. Für die wiederum scheinen die Aussichten auf ein Darlehen überaus erfreulich zu sein: Die Verbraucher müssen bei einem solchen Angebot nicht einmal die volle Darlehenssumme zurückzahlen, die sonst fälligen Zinszahlungen entfallen ganz.

Im Grunde genommen verschenken die Anbieter damit also Geld, je nach Laufzeit und effektivem Jahreszins mehr oder weniger. Dass bei einer vorzeitigen Rückzahlung des Kredits keine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt, ist nur ein weiterer Vorteil der Negativzins-Angebote.

 

Negativzins-Kredit mit strengen Bedingungen

Wer damit die Gelegenheit gekommen sieht, Kredite in einem größeren Umfang abschließen zu können, dürfte aber beim genauen Blick auf die Angebote enttäuscht werden – und das in mehrfacher Hinsicht. Denn Geld zu Negativzinsen gibt es nur unter bestimmten Bedingungen.

Bedingung Nr. 1: Begrenzter Kreditumfang

Für den Kreditgeber ist ein Negativzins-Angebot ein Verlustgeschäft. Um diese Verluste trotzdem in einem überschaubaren Rahmen zu halten, sind solche Angebote in ihrer Kredithöhe beschränkt. Maximal 1.000 Euro werden als Darlehen zur Verfügung gestellt, die aber zur freien Verfügung und ohne Zweckbindung. Eine größere Finanzierung ist damit also nicht möglich. Eine Beschränkung gibt es außerdem bei der Laufzeit, das günstige Angebot ist üblicherweise an einen Rückzahlungszeitraum von 24 Monaten gebunden.

Findige Kreditnehmer, die die Darlehenssumme dadurch erhöhen möchten, dass sie das Angebot mehrfach in Anspruch nehmen, werden ebenfalls enttäuscht: Die Aktionskredite werden nur einmal pro Kunde vergeben.

Bedingung Nr. 2: Zugangsbeschränkung

Eine vergleichsweise geringe Kreditsumme, negative Zinsen – theoretisch klingt das Negativzins-Angebot nach einem Produkt, das für jeden potenziellen Kreditnehmer in Frage kommt. In der Praxis ergeben sich allerdings gewisse Schwierigkeiten, das Angebot wirklich in Anspruch zu nehmen.

Der Grund: Die Kreditgeber schauen genau hin, wer im Rahmen des Aktionskredits bei ihnen Kunde werden möchte. Dazu wird im Vorfeld eine ganze Reihe an Kriterien abgefragt, um die Eignung des Neukunden zu überprüfen. Dazu gehören

  • die deutsche Staatsbürgerschaft,
  • eine feste Anstellung,
  • Angaben zu den Wohnverhältnissen (eventuelle Mietzahlungen),
  • Angaben zu finanziellen Verpflichtungen (etwa Unterhaltszahlungen oder laufende Kredite) sowie
  • finanzielle Rücklagen (z.B. Spar- oder Versicherungsverträge).

Verbunden ist das Prüfverfahren außerdem mit der Einsicht in die Girokontoumsätze – nur mit Erlaubnis des Kreditnehmers, nur für die letzten 90 Tage –, um die Korrektheit aller Angaben zu kontrollieren. Außerdem erhält der Kreditgeber so einen Eindruck davon, ob der potenzielle neue Kunde wirklich finanziell in der Lage ist, die vereinbarten monatlichen Raten regelmäßig zu zahlen.

Zu all dem kommt zusätzlich eine Bonitätsprüfung bei der Schufa. Eine der maßgeblichen Voraussetzungen für einen Aktionskredit mit Negativzinsen ist nämlich ein perfektes „Führungszeugnis“ bei der Schufa. Sind dort bereits Einträge zu finden, ist eine Ablehnung des Kreditantrags sehr viel wahrscheinlicher. Für Selbständige und Rentner liegt diese Wahrscheinlichkeit ohnehin bei 100 Prozent – sie sind von solchen Angeboten ausgenommen.

 

Günstiger Kredit – aber nicht ohne Haken

Zu diesen einschränkenden Bedingungen kommen einige weitere Punkte, die interessierte Kunden im Zusammenhang mit den Aktionskrediten beachten sollten. Sie sind sozusagen die Haken an dem äußerst günstigen Angebot und sollten – sofern ein Kreditantrag nicht schon wegen Nichterfüllung einer oder mehrerer Voraussetzungen im Vorfeld außer Frage steht – kundenseitig genau geprüft werden.

Haken Nr. 1: Die Schufa-Prüfung

Wie schon erwähnt, gehört eine Anfrage bei der Schufa zu den Konditionen der Aktionskredite. Laut Anbietern der Negativzins-Kredite sollen sich daraus keine Konsequenzen für den Verbraucher ergeben – der Schufa-Score würde von der Überprüfung nicht beeinträchtigt, andere Banken hätten keinerlei Einsicht darin, dass die Anfrage überhaupt getätigt wurde. Lediglich in der kundeneigenen Verbraucherauskunft sei dieser Vorgang vermerkt.

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Stand: 23.10.2019

Anders verhält es sich allerdings mit dem Kredit selber. Der wird sehr wohl bei der Schufa eingetragen – und entwickelt sich unter Umständen dann zum Bumerang, wenn tatsächlich ein größeres Darlehen im Raum steht. Denn bei einer Baufinanzierung oder einem Autokauf wird die Bonitätsprüfung ebenfalls greifen und einen Ratenkredit in der vergleichsweise geringen Höhe von 1.000 Euro zu Tage fördern.

Im Idealfall steht der bereits auf „erledigt“, bedeutet aber letztendlich doch einen Negativeintrag. Fraglich also, ob sich die Ersparnisse durch die Negativzinsen im Hinblick auf den Schufa-Score wirklich lohnen. Wer ohnehin mit dem Gedanken spielt, in naher Zukunft ein Darlehen in größerem Umfang aufzunehmen, sollte deshalb ein solches Aktionsangebot eher meiden.

Hinweis: Tatsächlich liegt es im Ermessen des Kreditgebers, ob er schon eine Kreditanfrage bei der Schufa meldet oder nicht. Insofern kann sich eine Anfrage sehr wohl auf den Schufa-Score auswirken. Ein Grund mehr, sich im Vorfeld genau zu überlegen, ob ein kleiner Ratenkredit trotz günstiger Konditionen sinnvoll ist.

Haken Nr. 2: Die Versicherungen

Monatliche Raten im zweistelligen Bereich und eine Laufzeit von gerade einmal zwei Jahren – vor diesem Hintergrund scheint eine Restschuldversicherung tatsächlich vernachlässigbar. Die ist schließlich nur für den Fall gedacht, wenn der Kreditnehmer wegen Tod, Krankheit oder unerwarteter Arbeitslosigkeit die Raten des Kredits nicht mehr bedienen kann.

Deswegen ist eine solche Versicherung bei Aktionskrediten mit Negativzinsen gar nicht vorgesehen, für den Kunden entfallen so weitere Kosten. Das Risiko bleibt natürlich trotzdem, wie bei jedem anderen Kredit auch, bestehen. Laut Stiftung Warentest ist die Restschuldversicherung zwar verzichtbar, dennoch sollte jeder Kunde hier für sich entscheiden, wie groß sein Sicherungsbedürfnis auch bei kleinen Krediten ist und ob die Restschuldversicherung wirklich gebraucht wird.

Übrigens sollten Verbraucher darauf achten, dass die Versicherung auch wirklich nicht Bestandteil des Kreditvertrags ist. Die Angebote der Online-Kreditvermittler bewerben zwar genau das, dennoch ist es möglich, dass diese Option explizit ausgewählt werden muss. Ansonsten fallen doch Zusatzkosten für die Restschuldversicherung an.

Haken Nr. 3: Die Daten

Ein sehr viel größerer Haken als die Versicherungsfrage stellt allerdings die Thematik „Kundendaten“ dar. Denn letztlich handelt es sich bei den Aktionskrediten in erster Linie um ein Lockangebot als um ein ernstzunehmendes Finanzprodukt. Niedrige Zinssätze können Verbraucher schließlich überall bekommen, selbst bei einem Dispokredit. Im bereits erwähnten Wettstreit um die Kundengunst versprechen Negativzinsen daher die gewünschte Aufmerksamkeit.

Allerdings ist die Aufmerksamkeit potenzieller Kreditnehmer nur der erste Schritt – wie bei jeder Marketingmaßnahme. Dass es sich um eine solche handelt, erklärt unter anderem die bereitwillige Inkaufnahme der finanziellen Verluste, die sich aus den Negativzinsen der Aktionskredite ergeben. Als „Entschädigung“ erhalten die Anbieter im Gegenzug umfangreiche Kundendaten.

Unerheblich ist dabei, ob es am Ende zu einem Vertragsabschluss kommt oder nicht: Die Angaben zu beruflichen und finanziellen Verhältnissen sind schließlich schon im Vorfeld zu leisten und liegen somit bei den Kreditvermittlern, selbst wenn der anfragende Kunde für den Aktionskredit nicht in Frage kommt.

Das muss nicht zwingend ein Nachteil sein, denn auf diesem Wege können passende Kreditalternativen angeboten werden – zu weniger attraktiven Bedingungen als mit Negativzinsen, aber unter Umständen besser als bei der Hausbank. Ein Vorteil ist es aber besonders in solchen Fällen nicht, in denen die Kunden ohne genauere Prüfung zu einem der anderen Angebote greifen und damit einen Kreditvertrag zu schlechteren Konditionen abschließen.

Durch längere Laufzeiten und höhere Zinssätze entstehen so genau die Kosten, die mit dem Negativzins-Kredit umgangen werden sollten. Das kann übrigens auch Kunden passieren, die die notwendigen Voraussetzungen für einen Aktionskredit mitbringen: Mit einem falschen Klick ist im schlimmsten Fall nicht der Wunschkredit abgeschlossen worden, sondern eine teurere Variante.

 

Fazit: Negativzinskredite lohnen sich nicht immer

 

Grundsätzlich sind die beschriebenen Aktionskredite, die mit negativen Zinssätzen und der Aussicht auf ein Rückzahlsumme werben, die unter der Darlehenssumme liegt, unbedenklich. Dennoch bleibt die Frage, wie sehr sich solche Angebote aus Kundensicht wirklich lohnen:

  • Da es sich bei den gewährten negativen Zinsen um den effektiven Jahreszins handelt, sind die Einsparungen letztlich weniger groß, als von vielen Kreditnehmern angenommen. Zwar bleiben die Zinsen außen vor, wirklich nennenswerte Einsparungen sind in Anbetracht der kurzen Laufzeit und der verhältnismäßig niedrigen Kreditsumme aber nicht zu erwarten.
  • Der Kreditrahmen von 1.000 Euro ist überschaubar und lässt keine großen Sprünge zu. Auch unter diesem Gesichtspunkt muss letztlich jeder Kreditnehmer entscheiden, ob sich ein Abschluss lohnt, nur weil die Konditionen günstig sind.
  • Kritisch sollten potenzielle Kreditnehmer außerdem die Herausgabe ihrer Daten betrachten. Natürlich ist es im Zuge von Kreditanfragen nicht unüblich, den Kreditgeber über die finanzielle Situation und andere Belange zu informieren. In diesen Fällen helfen die Daten jedoch dabei, die Möglichkeiten hinsichtlich der Konditionen und des Kreditrahmens auszuloten. Die stehen bei den Negativzins-Angeboten aber bereits fest – trotzdem müssen alle Bewerber auf die Aktionskredite ihre Daten hinterlegen. Selbst, wenn ein Abschluss gar nicht wirklich in Aussicht steht.

Um die eingangs gestellte Frage – ob ein Negativzins-Kredit wirklich viel Kredit für wenig Geld bedeutet – abschließend zu beantworten: Im Rahmen dieser Angebote können Kunden sicherlich Geld sparen. Die Obergrenze für die Kreditsumme stellt für den Aspekt „viel Kredit“ jedoch eine erhebliche Einschränkung dar. Zwar sind 1.000 Euro keine „Peanuts“, Anschaffungen in größerem Umfang sind damit jedoch auch nicht möglich.

Wer die notwendigen Voraussetzungen für einen Aktionskredit mitbringt, macht somit durchaus ein Schnäppchen. Alle anderen Bewerber sollten sich aber angesichts eben jener Voraussetzungen fragen, ob sie dafür wirklich ihre Daten hergeben wollen – Kreditvergleiche sind schließlich auch ohne verbindliche Datenherausgabe möglich.

 

Bildquelle: BillionPhotos.com / Fotolia (https://de.fotolia.com/id/281483212#)



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