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Führt ein Inkassoverfahren zu einem Schufa-Eintrag?

Verfasst von · Veröffentlicht am 11.04.2024 · Aktualisiert am 21.10.2026 · Stand: 21.10.2026

Schnell zusammengefasst

Ein Inkassobrief ist kein Schufa-Eintrag. Eine offene Forderung darf nur unter Voraussetzungen gemeldet werden, etwa wenn sie durch ein Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid festgestellt, ausdrücklich anerkannt ist oder nach mindestens zwei schriftlichen Mahnungen unbestritten offen bleibt. Wer die Forderung rechtzeitig bestreitet, verhindert nach Angaben der Verbraucherzentrale die Übermittlung an die SCHUFA.

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Vier Punkte, auf die Banken besonders achten:

Lastschriftrückgaben, viele laufende Kredite, negative Schufa-Einträge und ein laufendes Inkasso. Trifft keiner der Punkte zu, passt Smava gut. Trifft einer zu, kann Besserfinanz die Anfrage prüfen – diese Punkte zählen aber auch dort mit.

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Schritte, wie Sie jetzt vorgehen sollten:

Schritt 1: ausrechnen wie viel Kredit Sie sich leisten können.

Schritt 2: kommt ein Minus beim monatlichen Überschuss raus, ist ein Kredit nicht tragbar; prüfen Sie erst eine Umschuldung, etwa bei Besserfinanz.

Schritt 3: Kreditanfrage stellen bei einer unserer zwei Empfehlungen: (Smava bei guter Bonität, Besserfinanz bei schwieriger Bonität).

Schritt 4: Anbieter kontaktiert Sie (per e-Mail oder Telefon) oder Sie wählen online eine der Banken aus.

Schritt 5: PostIdent oder VideoIdent durchführen.

Schritt 6: Nach Zusage ist das Geld meist einige Tage später auf dem Konto.

Gut zu wissen:

Smava ist nur möglich, wenn Sie dort einen digitalen Zugang zu ihren Kontoumsätzen freigeben. Alternativ wählen Sie Besserfinanz.

Kommt nach einem Inkassobrief automatisch ein Schufa-Eintrag?

Nein, ein Inkassobrief ist eine Zahlungsaufforderung, kein Schufa-Eintrag. Ob eine offene Forderung bei der SCHUFA landet, hängt davon ab, ob ein Vertragspartner der SCHUFA sie meldet und ob die Voraussetzungen vorliegen. Meldeberechtigt sind Vertragspartner der SCHUFA wie Banken; private Gläubiger wie Vermieter oder Verwandte melden nicht. Ob das Inkassounternehmen oder der ursprüngliche Gläubiger etwas gemeldet hat, sehen Sie in der kostenlosen Datenkopie der SCHUFA.

Lesen Sie den Brief trotzdem ernst, prüfen Sie die Forderung und handeln Sie rechtzeitig. Leser fragen im Forum: Führt ein Inkassobrief gleich zu einem Schufa-Eintrag?.

Unter welchen Voraussetzungen darf eine Forderung berücksichtigt werden?

Eine Forderung darf in einen Score nur einfließen, wenn sie trotz Fälligkeit nicht bezahlt ist und eine von fünf Voraussetzungen vorliegt (§ 31 Abs. 2 BDSG, gleichlautend ab 20.11.2026 in § 37a Abs. 3 BDSG). Zu den Voraussetzungen zählt, dass die Forderung

  1. durch Urteil oder einen Titel nach § 794 ZPO festgestellt ist,
  2. im Insolvenzverfahren festgestellt und nicht bestritten ist,
  3. ausdrücklich anerkannt ist,
  4. nach Fälligkeit mindestens zweimal schriftlich gemahnt wurde, die erste Mahnung mindestens vier Wochen zurückliegt, Sie zuvor über die mögliche Berücksichtigung durch eine Auskunftei unterrichtet wurden und Sie die Forderung nicht bestritten haben, oder
  5. aus einem Vertrag stammt, der wegen Zahlungsrückständen fristlos gekündigt werden kann, und Sie vorher unterrichtet wurden.

Die Voraussetzungen sind damit vor und nach dem 20.11.2026 dieselben. Neu ab 20.11.2026 ist nur die Gesamtregelung des Scorings in § 37a BDSG: Alter, Geschlecht, Name, Daten aus sozialen Netzwerken, Kontoumsätze und Anschriftendaten dürfen für Scores nicht genutzt werden, und Betroffene haben Anspruch auf Auskunft zu Daten und Gewichtung sowie ein Recht auf Anfechtung und Entscheidung durch einen Menschen (BGBl. 2026 I Nr. 139, Art. 3).

Was ist ein Titel und was folgt aus einem Mahnbescheid?

Ein Titel ist eine gerichtliche Entscheidung, aus der die Zwangsvollstreckung stattfinden kann, etwa ein Urteil oder ein Vollstreckungsbescheid (§ 794 ZPO). Den Weg dorthin beschreibt die Zivilprozessordnung: Ein Mahnbescheid verlangt, innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung zu zahlen oder mitzuteilen, ob Sie widersprechen; das Gericht hat dabei nicht geprüft, ob der Anspruch besteht. Der Widerspruch ist schriftlich beim Gericht möglich, solange der Vollstreckungsbescheid nicht verfügt ist (§ 694 ZPO). Ohne rechtzeitigen Widerspruch erlässt das Gericht auf Antrag einen Vollstreckungsbescheid; dagegen gilt eine Einspruchsfrist von zwei Wochen ab Zustellung (§ 700 ZPO in Verbindung mit § 339 ZPO).

Ein Vollstreckungsbescheid ist ein Titel und erfüllt damit eine Voraussetzung für die Berücksichtigung im Score. Handeln Sie deshalb bei gerichtlicher Post sofort; zu den Folgen für neue Kredite siehe Kredit trotz Mahnbescheid oder Vollstreckungsbescheid.

Wie lange bleiben Einträge zu Forderungen gespeichert?

Das hängt von der Art des Eintrags ab. Laut SCHUFA (Stand: 21.10.2026):

  • Bezahlte Zahlungsstörungen: in der Regel drei Jahre taggenau nach dem Ausgleich; bei einmaliger, innerhalb von 100 Tagen bezahlter Störung ohne weitere Negativdaten seit 01.01.2025 nach 18 Monaten
  • Eine Inkassoanfrage, die nach Schaffung der Einmeldevoraussetzungen eingeholt wurde, wirkt 12 Monate taggenau negativ auf den Score
  • Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis: 3 Jahre, früher bei Löschnachweis des zentralen Vollstreckungsgerichts
  • Verbraucherinsolvenzverfahren: 6 Monate nach Ende des Verfahrens

Mehr zu den Fristen: Wann wird ein Schufa-Eintrag gelöscht? und Kann man einen Schufa-Eintrag löschen lassen?.

Was tun bei einer Forderung, die ich nicht anerkenne?

Widersprechen Sie dem Gläubiger und dem Inkassounternehmen schriftlich, bewahren Sie alle Belege auf und fordern Sie die kostenlose Datenkopie bei der SCHUFA an. Nach einem Widerspruch gegen die Forderung dürfen laut Verbraucherzentrale keine Daten an die SCHUFA übermittelt werden. Falsche Daten können Sie kostenlos berichtigen, löschen oder sperren lassen; ein formloses Schreiben mit Belegen genügt, und während der Prüfung muss die SCHUFA den Eintrag sperren. Helfen diese Schritte nicht, wenden Sie sich an die Landesdatenschutzbehörde oder die Ombudsstelle der SCHUFA.

Wie Sie die Datenkopie beantragen, steht unter Wie prüfe ich meine eigene Schufa?. Ob ein Inkassobüro Einkommensnachweise verlangen darf, klärt Darf ein Inkassobüro einen Einkommensnachweis verlangen?.

Wie verhalte ich mich, wenn ich zahlen will, aber nicht kann?

Sprechen Sie früh mit dem Gläubiger oder dem Inkassounternehmen über Raten und nehmen Sie eine Schuldnerberatung in Anspruch; kostenlose Beratung finden Sie über meine-schulden.de. Vor einer Ratenvereinbarung muss Sie das Inkassounternehmen in Textform auf zusätzliche Kosten hinweisen; Selbstauskünfte etwa zu Arbeitgeber und Konto müssen Sie nicht geben, und eine Abtretung von Lohn- oder Rentenansprüchen müssen Sie nicht akzeptieren (Verbraucherzentrale, Stand 16.10.2024). Zahlen Sie keinen Cent „vorab“ an Dritte, die Ihnen einen Eintrag „wegverhandeln“ wollen; Vorkosten sind ein Warnzeichen.

Zu den Folgen für neue Kredite siehe Kredit trotz Inkasso; bei dauerhafter Überschuldung hilft Überschuldung: Wann bin ich überschuldet und was tun?.

Häufige Fragen

Was ist eine titulierte Forderung?

Eine Forderung, für die ein Gericht entschieden hat, zum Beispiel durch Urteil oder Vollstreckungsbescheid. Aus einem Vollstreckungsbescheid findet die Zwangsvollstreckung statt, er ist damit ein Titel.

Wie reagiere ich auf einen Mahnbescheid?

Der Mahnbescheid verlangt, innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung zu zahlen oder mitzuteilen, ob Sie widersprechen. Der Widerspruch ist schriftlich beim Gericht möglich, solange noch kein Vollstreckungsbescheid verfügt ist.

Wie lange kann ich gegen einen Vollstreckungsbescheid vorgehen?

Die Einspruchsfrist beträgt zwei Wochen ab Zustellung und ist eine Notfrist. Holen Sie sofort Rat bei Verbraucherzentrale oder Schuldnerberatung.

Wie wirkt sich eine Inkassoanfrage auf den Score aus?

Hat ein Inkassounternehmen nach Schaffung der Einmeldevoraussetzungen eine Bonitätsauskunft eingeholt, wirkt sich das laut SCHUFA 12 Monate taggenau negativ auf den Score aus; danach wird die Inkassoanfrage gelöscht.

Muss ich Inkassokosten zahlen?

Hat das Inkassounternehmen die Forderung gekauft, darf es laut Verbraucherzentrale keine Inkassokosten verlangen. Bei anderen Forderungen dürfen sie nicht höher sein als die Gebühr eines Rechtsanwalts; der kostenlose Inkasso-Check der Verbraucherzentrale prüft das.

Darf das Inkassobüro mit einem Schufa-Eintrag drohen?

Einschüchternde Drohungen mit einem Schufa-Eintrag sind laut Verbraucherzentrale unzulässig. Ein Eintrag ist nur bei berechtigter Forderung und Nichtzahlung trotz mindestens zweifacher Mahnung zulässig.

Quellen