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Wie funktioniert eine Privatinsolvenz?

Verfasst von · Veröffentlicht am 22.04.2024 · Aktualisiert am 21.10.2026 · Stand: 21.10.2026

Schnell zusammengefasst

Die Privatinsolvenz ist ein gerichtliches Verfahren, an dessen Ende bei Erfolg die Restschuldbefreiung steht. Vorher muss ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern gescheitert sein, den eine geeignete Person oder Stelle bescheinigt. Die Abtretungsfrist bis zur Restschuldbefreiung beträgt drei Jahre ab Eröffnung des Verfahrens (§ 287 Abs. 2 InsO).

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Vier Punkte, auf die Banken besonders achten:

Lastschriftrückgaben, viele laufende Kredite, negative Schufa-Einträge und ein laufendes Inkasso. Trifft keiner der Punkte zu, passt Smava gut. Trifft einer zu, kann Besserfinanz die Anfrage prüfen – diese Punkte zählen aber auch dort mit.

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Schritte, wie Sie jetzt vorgehen sollten:

Schritt 1: ausrechnen wie viel Kredit Sie sich leisten können.

Schritt 2: kommt ein Minus beim monatlichen Überschuss raus, ist ein Kredit nicht tragbar; prüfen Sie erst eine Umschuldung, etwa bei Besserfinanz.

Schritt 3: Kreditanfrage stellen bei einer unserer zwei Empfehlungen: (Smava bei guter Bonität, Besserfinanz bei schwieriger Bonität).

Schritt 4: Anbieter kontaktiert Sie (per e-Mail oder Telefon) oder Sie wählen online eine der Banken aus.

Schritt 5: PostIdent oder VideoIdent durchführen.

Schritt 6: Nach Zusage ist das Geld meist einige Tage später auf dem Konto.

Gut zu wissen:

Smava ist nur möglich, wenn Sie dort einen digitalen Zugang zu ihren Kontoumsätzen freigeben. Alternativ wählen Sie Besserfinanz.

Was ist eine Privatinsolvenz?

Die Privatinsolvenz, rechtlich Verbraucherinsolvenz, ist ein gerichtliches Verfahren für Privatpersonen, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können. Am Ende kann die Restschuldbefreiung stehen: Sie müssen die Schulden, die das Verfahren erfasst, dann nicht mehr tragen. 2025 gab es in Deutschland 77.219 Verbraucherinsolvenzen, 8,4 % mehr als im Vorjahr (Statistisches Bundesamt, 13.03.2026).

Wie läuft das Verfahren Schritt für Schritt ab?

Das Verfahren hat vier Stationen: Einigungsversuch, Antrag, Abtretungsfrist und Restschuldbefreiung. Die Einzelheiten stehen in den folgenden Abschnitten.

Schritt 1: Was ist der außergerichtliche Einigungsversuch?

Bevor Sie den Antrag stellen, muss eine Einigung mit den Gläubigern versucht worden sein. Dem Eröffnungsantrag liegt eine Bescheinigung einer geeigneten Person oder Stelle bei, dass eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern auf der Grundlage eines Plans in den letzten sechs Monaten erfolglos versucht wurde (§ 305 Abs. 1 InsO). Eine Schuldnerberatung begleitet diesen Schritt.

Schritt 2: Was gehört in den Antrag?

Der Eröffnungsantrag wird schriftlich gestellt. Zu ihm gehören neben der Bescheinigung der Antrag auf Restschuldbefreiung, ein Vermögens- und ein Gläubigerverzeichnis und ein Schuldenbereinigungsplan (§ 305 Abs. 1 InsO). Die Verfahrenskosten können einer natürlichen Person, die Restschuldbefreiung beantragt, bis zur Erteilung gestundet werden (§ 4a InsO).

Schritt 3: Welche Pflichten gelten bis zur Restschuldbefreiung?

Bis zum Ende der Abtretungsfrist müssen Sie unter anderem eine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben, Erbschaften zur Hälfte herausgeben und einen Wohnsitz- oder Arbeitsplatzwechsel anzeigen (§ 295 InsO). Die Abtretungsfrist beträgt drei Jahre ab Eröffnung des Verfahrens; wer nach einem ab 01.10.2020 gestellten Antrag schon einmal Restschuldbefreiung erhalten hat, wartet im erneuten Verfahren fünf Jahre (§ 287 Abs. 2 InsO).

Welche Schulden bleiben trotz Restschuldbefreiung?

Nicht von der Restschuldbefreiung erfasst sind unter anderem Forderungen aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung, vorsätzlich pflichtwidrig nicht gezahlter gesetzlicher Unterhalt und Geldstrafen (§ 302 InsO). Fragen Sie die Beratungsstelle, ob Ihre Schulden dazugehören.

Was passiert mit der Schufa?

Die Schufa löscht die Information über eine erteilte Restschuldbefreiung sechs Monate nach Erteilung, ebenso die davon erfassten Forderungen (SCHUFA, Stand 26.04.2023). Das Verbraucherinsolvenzverfahren selbst speichert sie laut ihren FAQ sechs Monate nach Ende des Verfahrens; Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis bleiben drei Jahre. Der Gerichtshof der EU hat am 07.12.2023 entschieden, dass private Auskunfteien die Information über eine Restschuldbefreiung nicht länger speichern dürfen als das öffentliche Insolvenzregister. Alle Fristen: Wann wird ein Schufa-Eintrag gelöscht?. Wann Banken danach wieder Kredite vergeben, steht in Wann ist man nach der Privatinsolvenz wieder kreditwürdig?.

Was passiert mit Einkommen und Konto?

Ein Teil Ihres Einkommens und ein Pfändungsschutzkonto sind geschützt. Seit 01.07.2026 sind von einem monatlichen Nettoeinkommen 1.587,40 Euro unpfändbar, für die erste unterhaltsberechtigte Person kommen 597,42 Euro hinzu, für die zweite bis fünfte je 332,83 Euro; auf einem P-Konto sind es seit diesem Datum 1.590 Euro (gültig bis 30.06.2027, Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 80). Wie sich eine Pfändung auf einen Kredit auswirkt: Kredit trotz Pfändung.

Welche Alternativen gibt es, und wer hilft?

Bevor Sie sich für das Verfahren entscheiden, prüfen Sie mit einer Beratung, ob eine Einigung ohne Insolvenz möglich ist: Wie werde ich Schulden los, ohne Privatinsolvenz?. Verbraucherzentrale und vzbv raten bei Geldproblemen zuerst zur Schuldnerberatung statt zu einem weiteren Kredit; die BAG Schuldnerberatung bietet unter meine-schulden.de eine Suche nach kostenloser Beratung. Vorsicht bei Vorkosten: Zahlen Sie niemandem Geld, der Ihnen eine „schnelle Entschuldung“ gegen Vorabzahlung verspricht; vzbv warnt vor Gebühren vor der Leistung (20.03.2020). Schuldenfallen vermeiden: Welche Schuldenfallen gibt es?. Leserfrage im Forum: Wie kann man Schufa-Einträge nach Privatinsolvenz löschen?.

Häufige Fragen

Was kostet eine Privatinsolvenz?

Die Verfahrenskosten können einer natürlichen Person, die Restschuldbefreiung beantragt, bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet werden (§ 4a InsO).

Welche Schulden bleiben trotz Restschuldbefreiung?

Nicht erfasst sind unter anderem Forderungen aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung, vorsätzlich pflichtwidrig nicht gezahlter gesetzlicher Unterhalt und Geldstrafen (§ 302 InsO).

Welche Pflichten habe ich während der Abtretungsfrist?

Unter anderem eine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben, Erbschaften zur Hälfte herausgeben und Wohnsitz- oder Arbeitsplatzwechsel anzeigen (§ 295 InsO).

Wie lange steht die Privatinsolvenz in der Schufa?

Die Schufa löscht die Information über eine erteilte Restschuldbefreiung sechs Monate nach Erteilung; das Verbraucherinsolvenzverfahren selbst bleibt sechs Monate nach seinem Ende gespeichert.

Wo bekomme ich Hilfe?

Bei einer Schuldnerberatung; die BAG Schuldnerberatung bietet unter meine-schulden.de eine Suche nach kostenloser Beratung in der Nähe. Jobcenter und Sozialämter vermitteln Beratungsstellen.

Quellen